TV Weingarten Handball e.V.

Trainer Daniel Kühn im Interview der SZ zur Situation seiner Mannschaft in der Landesliga

Weingarten / sz Im Saisonendspurt haben manche Handballerinnen und Handballer nicht nur auf dem Feld einige knifflige Aufgaben zu lösen. Auch abseits der Spielfelder herrscht ein kleines bisschen Kopfzerbrechen. Daniel Kühn (Foto: Archiv), Trainer der Landesliga-Herren des TV Weingarten, bringt im Gespräch mit SZ-Mitarbeiter Thomas Schlichte etwas Licht ins Dunkel der Auf- und Abstiegsfragen.

Herr Kühn, wie gehen Sie mit der aktuellen Situation um?

Es war bereits vor Beginn der Saison klar, dass es aufgrund der Verdichtung der Landesligen von vier auf drei Staffeln einen verschärften Abstieg geben wird. Das bedeutet, dass in der Landesliga die letzten vier Mannschaften fix absteigen werden. Als Aufsteiger war es daher klar, dass es in dieser aufgewerteten Staffel nicht leicht werden würde. Aus den vorigen drei Spielen haben wir dabei nur einen Punkt geholt und in jedem Spiel dabei in den letzten Sekunden welche liegen gelassen. Dennoch ist die Messe noch nicht gelesen und wir haben noch sechs Spiele, um unser Ziel zu erreichen. Es sieht danach aus, dass sich vier Mannschaften noch um zwei Nichtabstiegsplätze (Rang neun und zehn) streiten werden.

Was bedeutet der verschärfte Abstieg für Ihre Mannschaft?

Rechnerisch sieht es für uns danach aus, dass wir voraussichtlich mindestens noch acht Punkte benötigen. Sicherlich ein hartes Unterfangen, aber bestimmt nicht unmöglich. Die Konkurrenz muss ihre „einfachen“ Spiele auch erst einmal gewinnen. Der Sprung von der Bezirks- in die Landesliga ist leistungsmäßig immer schwer. Wir haben gezeigt, dass wir in der Landesliga gegen jeden Gegner gewinnen können. Der Unterschied ist aber, dass in der Landesliga Schwächephasen oder einfachste Fehler in den entscheidenden Phasen gnadenlos ausgenutzt werden und man nach gutem Spiel innerhalb weniger Aktionen am Ende mit leeren Händen dasteht. Daher wäre ein Klassenverbleib für die Entwicklung der Mannschaft auch derartig wichtig, weil man in einer solchen Saison viel mitnehmen kann und in der Folge dann knappe Spiele mit etwas mehr Erfahrung dann gewonnen werden.

Wäre es nicht erstrebenswert, die Regularien in der Relegation zu vereinfachen?

Die Regularien sind in der Landesliga theoretisch einfach. Es gibt vier Absteiger und keine Relegation. Dass dabei aber vier Teams den direkten Gang eine Klasse tiefer machen müssen und wahrscheinlich 20 bis 22 Punkte nicht für den Verbleib ausreichen, ist äußerst hart. Falls die Frage auf die Relegation in der Bezirksliga abzielt, ist es schnell zu beantworten. Wenn etwa dem TSB Ravensburg der zweite Platz in der Liga gelingen sollte, müsste er sich gegen die anderen Bezirke und deren Zweitplatzierten messen. Das heißt: Im Handballverband Württemberg gibt es acht Bezirke und somit auch acht Zweitplatzierte in den jeweiligen Bezirksligen. Neben den acht Meistern steigen danach noch zwei Zweitplatzierte in die Landesliga auf. Das bedeutet, dass der TSB durch eine doppelte Relegation mit Hin- und Rückspiel müsste, um aufzusteigen.

(Erschienen: 07.03.2014 18:35)

Quelle: Schwäbische Zeitung